All is Flux 

3. August - 2. Oktober 2020

Eine Ausstellung mit Werken der Künstler Christo Daskaltsis und Lorenz Friedrich .

All is Flux wird vom 3. August bis 2. Oktober 2020 in der Galerie re | space zu sehen sein. Die Duo-Ausstellung mit Gemälden von Christo Daskaltsis und Skulpturen von Lorenz Friedrich untersucht die Beziehung zwischen Wahrnehmung und Realität.

 

Der Titel All is Flux stammt aus den Meditationen des frühen griechischen Philosophen Heraklit über Wissen und Fluss. Obwohl die Interpretation der Lehren Heraklits weit umstritten ist, ist die Vorstellung, dass es keine stabil existierenden Objekte mit stabil dauerhaften Eigenschaften gibt, ein provokativer Standpunkt, von dem aus diese Ausstellung das Zusammenspiel zwischen Daskaltsis und Friedrichs Werken nähert. Obwohl sie sich in Medium und Stil unterscheiden, sind die Werke der beiden Künstler in ihrer Erforschung der Wahrnehmung und des Einflusses oder der Abwesenheit der Hand des Künstlers verwandt.

 

Die großformatigen Ölgemälde auf Aluminium von Christo Daskaltsis sind wahrhaft abstrakte Werke. Die streng konzeptualisierte Produktionsmethode schließt bewusst jede Möglichkeit eines prä-konzeptualisierten Einflusses des Künstlers aus. Eine monochrome Farbschicht wird auf die Oberfläche der Aluminiumleinwand aufgetragen, der Künstler behandelt dann die Oberfläche mit Terpentin. Mit einem Haushaltsbesen fegt Daskaltsis über die Oberfläche und erzeugt ein völlig abstraktes Bild, das durch das Auflösen von Pigmenten in der Farbe und deren Migration über die Leinwand beim Streichen entsteht. Die resultierenden Arbeiten erhalten einen Tiefeneffekt, der sowohl den Betrachter in die Leinwand zieht als auch ermöglicht, dass die Formen über die Leinwand hinausragen. Trotzdem ist diese Dreidimensionalität eine Illusion, da die Oberfläche der Leinwand flach bleibt. Der Künstler entfernt sich mit ihrer Fertigstellung von den Werken, aber sie leben weiter. Die Werke sind im Auge des Betrachters lebendig, ihre Wahrheit hängt von der Wahrnehmung des Einzelnen ab. Da alle Werke von Daskaltsis eher mit dem Produktionsdatum als mit einem beschreibenden Titel versehen sind, wird der Betrachter nicht beeinflusst eine einschlägige Bedeutung oder Form innerhalb des Gemäldes zu erkennen.

 

Lorenz Friedrichs Werke sind im Gegensatz zu Christo Daskaltsis explizit figurativ. Die kleinen Skulpturen bewohnen den Raum auf Metallschienen, die an den Wänden befestigt sind, auf Holzklötzen bergiger Landschaft oder in und auf Haushaltsgegenständen. Während die Figuren in unserer physischen Welt Platz einnehmen, bewohnen die Figuren, die Friedrich aus Holz formt, gleichzeitig ihren eigenen Mikrokosmos. Der Betrachter wird hierdurch motiviert, sich selbst aus einer neuen Perspektive als Riese in Bezug auf die kleinen menschlichen Figuren zu erleben. Der Großteil der Figuren ist weiß oder schwarz, diese Duo-Chromatizität lässt weiter auf eine Schattenexistenz schließen. Die Charakterisierung der Figuren ist durchaus gekonnt, sie lehnen sich an Wände, spazieren oder rennen, strecken die Hand aus, sitzen nachdenklich und springen auf den Betrachter zu. Ähnlich wie die Werke von Daskaltsis ist Friedrichs Werk erst in der Anwesenheit des Betrachters komplett. Nur durch die Wechselbeziehung zwischen dem Makrokosmos des Betrachters und dem Mikrokosmos der Skulpturen erreichen die Werke ihr volles Potenzial.

 

Die Gemälde von Daskaltsis und die Skulpturen von Friedrich initiieren in ihrer gemeinsamen Besiedlung des Ausstellungsraums in der re|space gallery einen Diskurs über Wahrnehmung und Realität. Die Wahrheit der Werke ist im Fluss (Flux), da sie von der Perspektive und den Assoziationen des individuellen Betrachters abhängig sind. Darüber hinaus beeinflusst das Zeitelement die Arbeiten dahingehend, dass das Zusammenspiel von Licht und Schatten sowohl für Daskaltsis als auch für Friedrich eine transformative Wirkung hat. Während Friedrichs Skulpturen wachsen, wenn sich ihre Schatten ausdehnen, erhalten Daskaltsis Gemälde einen metallischen Schimmer, wenn die Abendsonne scheint und das wechselnde Licht es den Strukturen des Gemäldes ermöglicht, über die Leinwand hinaus zu ragen oder nach innen zu kehren.

© 2020 by re|space gallery 

Mommsenstrasse 71, 10629 Berlin, Germany

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