Gian-Martino Cecere

Der 1990 in Waldshut geborene Künstler Gian-Martino Cecere wuchs in dem kleinen Dorf Cisternino in Süditalie auf. Cecere begann seine künstlerische Praxis während seines Studiums an der Akademie der bildenden Künste in Urbino von 2012 bis 2015 zu formalisieren. 2014 erhielt Cecere den Benelli-Preis, für den er eine großformatige öffentliche Skulptur schuf. Nach der Teilnahme an der BoCs Art Residency, Cosenza im Jahr 2019, zog Cecere nach Berlin, wo er seitdem lebt und arbeitet.

 

Die Gegenüberstellung von Polaritäten ist ein wesentlicher Bestandteil von Ceceres künstlerischen Praxis. Cecere nutzt die Leinwand als Ort für die Kollision und Verschmelzung scheinbar gegenüberstehender Konzepte wie Realität und Fiktion, Stasis und Rhythmus, Aufschwung und Unterbrechung. Das Zusammentreiben dieser unterschiedlichen Konzepte erzeugt eine Spannung, die Ceceres Arbeiten mit Vitalität auflädt.

 

Darüber hinaus spiegelt sich diese Zusammenführung scheinbar gegensätzlicher Konzepte in Ceceres Arbeitsweise wider. Aus Leinwandschnitten, Skizzen, genutzten Stoffen und mehr, entsteht eine Collage auf der Leinwand, welche Cecere durch das erneute Auftragen von Farbe zusammenträgt. Jedes dieser Materialien trägt die eigene Geschichte mit sich, was zu einer Art bildlichem Palimpsest führt. Infolgedessen erhält jedes Element des Werks eine neue Bedeutung und die Grenzen zwischen den einzelnen Elementen verschwimmen. Das daraus resultierende Werk kann als Ganzes verstanden werden, zeugt aber bei näherer Betrachtung von seinen einzelnen Fragmenten.

 

Diese Methode ermöglicht es Cecere, die Leinwand als archäologische Stätte zu erkunden. Das Interesse des Künstlers an alten Zivilisationen, antiker Kultur, Archetypen und Ethnographie spiegelt sich in den Formen, die seine Werke bevölkern wieder. Ähnlich wie ein Archäologe, der vorsichtig an der Oberfläche einer Ausgrabung kratzt, um ein Artefakt aufzudecken, arbeitet Cecere gewissenhaft und geduldig an seiner Leinwand, bis sinnvolle Formen und Kompositionen sich offenbaren.

Gian-Martino Cecere

Uccelli rapaci in valle d'itria, 2020

Mixed media on canvas

170 x 200 cm

Nach seinem Studium in der Gastronomie und mehreren Jahren in der Branche arbeitet Cecere neben seiner künstlerischen Praxis weiterhin als Koch. Cecere versteht seine Arbeit in der Küche als verwandt mit seiner Arbeit im Studio, da sie seine Methodik als Künstler beeinflusst. Während Cecere als Küchenchef aus den vorhandenen Zutaten neue Geschmackskombinationen herstellt, verarbeitet Cecere im Studio verfügbare Materialien in Kompositionen, die für das Auge schmackhaft sind.

 

Vor kurzem hat Cecere parallel zu seinen Arbeiten auf Leinwand eine Praxis entwickelt, in der er seine Kompositionen auf Papier in kleinerem Maßstab übersetzt. Obwohl sie den Leinwänden verwandt sind, ermöglichen die Papierarbeiten eine schnellere Produktion und beschränken gleichzeitig die Möglichkeit, den Entstehungsprozess zu überarbeiten und zu überdenken. Durch seine Arbeiten auf Papier fordert sich Cecere heraus, die für die Leinwand entwickelte Methodik zu bündeln, ohne ihre Essenz zu reduzieren.

Gian-Martino Cecere

Metamorfosi all'ombra, 2020

170 x 200 cm

Mixed media on canvas

Curriculum Vitae

Gian-Martino Cecere, geboren in Waldshut-Tiengen Germany (1990) 
 

Ausgewählte Solo-Ausstellungen 
 

CART-Centro Documentazione Arte Contemporanea/Palazzo Pergoli 


Piazza Mazzini-Falconara Marittima Mostre collettive

 

Ausgewählte Gruppenausstellungen

 
Manabamate, a cura di/curated by Giacinta di Pietrantonio, Artist residence, BOCSart, Cosenza, Italy

 

Nutrimentum, a cura di/curated by Umberto Palestini, Data, Urbino 


Fortezza Borbonica, Civitella del Tronto, Italy

 

Ausbildung


Diploma di pittura/BA Degreein Painting,Accademiadi Belle Arti, Urbino,ltaly

 

Ausgewählte Bibliographie 


Maria Giovanna Mancini, os_ 1-Nutrimentum, exhibitioncatalogue, 
Urbino, Data /Fortezza Borbonica, Civitella del Tronto, Italy

 

Urbino 13/05 -14/06/2015 / Civitella del Tronto 11 /07 - 30/09/2015

 

Preise


Premio Benelli per l'arte, 1 classificato, 1 place, Sculpture Prize, Urbino, Italy

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